Drei Jahre Deutschlandticket: Verkehrsbündnis sieht noch ungenutztes Potenzial

Drei Jahre nach seiner Einführung nutzen Millionen Menschen das Deutschlandticket. Die Allianz pro Schiene hat jedoch noch ungenutztes Potenzial gesehen und forderte die Bundesregierung auf, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen.
Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, sagte: „Wir haben uns zuletzt alle sehr auf die Preiserhöhungen beim Deutschlandticket fokussiert. Dabei geht die langfristige Perspektive verloren, nämlich was wir alle durch die Einführung des Deutschlandtickets gewonnen haben. Kostete vor vier oder fünf Jahren ein regionales Monatsticket häufig 80, 100 oder sogar 150 Euro, haben wir jetzt eine deutschlandweite Flatrate, die mit 63 Euro deutlich darunter liegt und für ein ungleich größeres Streckennetz gilt."
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts seien die Kosten für ÖPNV-Abos in den vergangenen fünf Jahren um acht Prozent gesunken. Flege führte dies vor allem auf das Deutschlandticket zurück. In Zeiten von Inflation und hohen Spritpreisen sei es eine gute Nachricht gewesen, dass die Preise im ÖPNV über Monate stabil und vergleichsweise günstig blieben.
Menschen in Städten profitierten laut Flege bislang stärker vom Deutschlandticket als in ländlichen Regionen, wo die Anbindung an Busse und Bahnen oft unzureichend sei. „Das Deutschlandticket ist ein Versprechen, dass der öffentliche Nahverkehr einfach und unkompliziert zu nutzen ist. Dazu gehört neben einer fairen Preisstruktur natürlich auch, dass jede und jeder ein entsprechendes ÖPNV-Angebot vor der eigenen Haustür vorfindet. Die Bundesregierung ist deshalb gefordert, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs stärker zu priorisieren, damit alle Menschen von bezahlbarer Mobilität profitieren können", sagte Flege.
Das Verkehrsbündnis forderte zudem vergünstigte Tickets für Studierende, Auszubildende und Bürgergeldempfänger. Flege: „Auch wenn 63 Euro im Monat für viele Menschen ein attraktiver Preis sind: Wer studiert, eine Ausbildung macht oder Bürgergeld bezieht, der sollte überall in Deutschland ein vergünstigtes Ticket bekommen, das größtenteils aus dem Sozial-Etat des Bundeshaushalts finanziert werden sollte. Nur so können wirklich alle vom Deutschlandticket profitieren."
Mehr Informationen: Allianz pro Schiene - Das Verkehrsbündnis für mehr Schienenverkehr
Bild: © Wolfgang Klee / Deutsche Bahn AG