Ruhr Tourismus: Nur der Aktivtourismus lässt hoffen

am .

Radfahren an der Ruhr

 

Der Tourismus in der Metropole Ruhr zeigt sich im ersten Halbjahr 2020, wie die nun von IT.NRW veröffentlichten Zahlen zeigen, schwer angeschlagen und krisengebeutelt. Grund zur Hoffnung gibt es trotzdem.

Betrachtet man die Zahl der Ankünfte und Übernachtungen, die in der Metropole Ruhr von Januar bis Juni 2020 insgesamt getätigt wurden, zeigt sich hier ein deutliches Minus von 54 % bzw. 47 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Somit liegen hier die Werte auf NRW Landes-Niveau. Noch deutlicher wird der Negativeffekt bei Betrachtung der Ankünfte und Übernachtungen ausländischer Gäste. Bei bislang insgesamt 136.457 Ankünften und 276.579 Übernachtungen 2020, entspricht dies einem Minus von 61 % bzw. 59 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019.

Touristischer Neustart im Juni

Allein der Monat Juni verzeichnet im Vorjahresvergleich einen Verlust von 64 % bei den Ankünften und 59 % bei den Übernachtungen. Der direkte Vergleich zum Vormonat Mai, in dem die ersten Lockerungen der Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen beschlossen wurden, lässt allerdings einen kleinen, aber doch deutlichen Aufwärtstrend erkennen: Gab es im Mai noch 62.950 Gästeankünfte und 178.656 Übernachtungen in der Metropole Ruhr, beliefen sich diese Zahlen im Juni bereits auf 141.879 Ankünfte und 322.566 Übernachtungen – ein Zuwachs also von 125 % bzw. 80 %. Die Ankünfte von Gästen aus dem Ausland verdreifachten sich beinahe auf 13.901, bei einer Verdopplung der getätigten Übernachtungen auf insgesamt 28.832.

Das vorherrschend gute Wetter und die vielen Daheimgebliebenen sorgten insbesondere während der Sommerferien sowohl auf den Radwegen als auch den Wandersteigen sowie in den Naherholungs-Arealen für hohe Frequentierungen und teilweise gar für Staus. Der Mobilitäts-Megatrend Radfahren und der Aktiv-Tourismus ergänzen sich im urban-grünen Ruhrgebiet um den Wunsch nach Natur- und Erholungserlebnissen.

Auch Online kam es zur stark erhöhten Nachfrage – so habe die Website des radrevier.ruhr im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 225 % bei den getätigten Klicks zu verzeichnen. Ebenso erfreute sich das Wandern großer Beliebtheit und führte – wie etwa auf dem Baldeneysteig – teilweise zu einer Verdopplung der Nutzung. Die Kombination aus aktivem Natur- und Erholungs-Erlebnis sowie die Nutzung der weiten industriekulturellen Landschaften waren offenbar für einige Zielgruppen eine Alternative zum klassischen Sommerurlaub auswärts.

www.ruhr-tourismus.de

Bild: radrevier.ruhr - grüner Aktivtourismus © Stratmann/RTG