Deutschlandtourismus: Verbände fordern eine klare Öffnungsperspektive

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Norbert Kunz

 

Zur stattfindenden Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder hat der Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes, Norbert Kunz, eine klare Haltung. Auch der Deutsche Feienhausverband fordert eine Öffnung.

„Der Deutschlandtourismus braucht eine klare Öffnungsperspektive. Das erwartet die gesamte Branche. Das ist auch unsere Erwartung an das morgige Treffen der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder mit der Bundeskanzlerin. Der heute bekannt gewordene Vorschlag ist das Gegenteil. Sollten diese Pläne umgesetzt werden, würden die Belange einer ganzen Branche erneut vertagt und würden Millionen Beschäftigte und Familien im Ungewissen gelassen. Das ist nicht akzeptabel. Selbst das Robert-Koch-Institut stuft in seinem jüngst veröffentlichen Stufenkonzept touristische Übernachtungen als niedriges Infektionsrisiko ein", so Kunz.

Das sei schwer zu verstehen, dass Wirtschaftsbereiche wie der Tourismus mit besseren Kontrollmöglichkeiten außen vor bleiben sollen. Kunz weiter: "Wir fordern die Politik in Bund und Ländern auf, Wort zu halten. Die Vorschläge für eine durchdachte Öffnungsperspektive liegen seit langem auf dem Tisch. Die vom Deutschen Tourismusverband vorgeschlagene 4-Säulenstrategie aus Impfen, Testen, digitaler Kontaktnachverfolgung und Schutz- und Hygienemaßnahmen bietet die Voraussetzung für sicheres Reisen, sobald es das Infektionsgeschehen zulässt. Die Öffnungsperspektive für den Tourismus muss jetzt kommen.“

Michelle Schwefel Geschaeftsstellenleitung editedReisen nicht als Sündenbock der Pandemie

Auch der Deutsche Ferienhausverband fordert endlich eine Öffnungsperspektive. Laut Beschlussentwurf für die Bund-Länder-Konferenz soll der Lockdown bis einschließlich 28. März 2021 verlängert werden. Während ein Perspektivplan für die Öffnung von Einzelhandel und kulturellen Einrichtungen enthalten ist, blieben Reisen ausgeklammert. Im Gegenteil: Die Menschen würden dazu aufgerufen, auf Reisen zu Ostern zu verzichten. Ein großes Problem, wie der Deutsche Ferienhausverband betont. Die Öffnung von touristischen Angeboten soll erst Ende März auf der Agenda stehen.

„Reisen werden zunehmend zum Sündenbock der Pandemie deklariert“, sagt Michelle Schwefel, Geschäftsstellenleiterin des Deutschen Ferienhausverbands. „Sicherlich ist es oberstes Gebot, die Entwicklung der Pandemie im Blick zu behalten, aber eine ganze Branche zu opfern, kann nicht im Sinne der Politik sein.“ Zudem wird hier mit zweierlei Maß gemessen, wie der Verband herausstellt. Während sich Ferienhausanbieter in Deutschland nun schon seit November 2020 im Lockdown befinden, sind Reisen ins Ausland unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

„Das ist schon eine absurde Situation und ein herber Schlag ins Gesicht für den Deutschlandtourismus insgesamt“, sagt Schwefel. „Wir können nur hoffen, dass einige Bundesländer das genauso sehen und weiter an realistischen Öffnungsperspektiven arbeiten. Vielen Gastgebern steht das Wasser bis zum Hals. Und auch bei vielen Menschen ist der Erholungsbedarf nach Monaten des Lockdowns drastisch gestiegen. Der Ferienhaustourismus braucht ein Öffnungskonzept – und das am besten bereits zu Ostern. Dass wir nun auf den 24. März vertröstet werden, ist ein Schlag ins Gesicht. Selbst wenn dann weitere Lockerungen beschlossen würden, wäre es für die Ostersaison zu spät.“

Zudem sollte man Mobilität nicht generell verteufeln. „Wer mit dem PKW anreist, am Urlaubsort einkauft oder in den Bergen spazieren geht, verhält sich nicht anders als zuhause und treibt auch nicht das Infektionsgeschehen voran.“

www.deutschertourismusverband.de
https://www.deutscher-ferienhausverband.de/