Aufhebung der EU-Einreisebeschränkungen: Vorerst keine Touristen aus USA, Russland, Brasilien - China umstritten

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Warten am Flughafen

 

Nachdem innerhalb Europas mittlerweile wieder vergleichsweise freies Reisen möglich ist, stellt sich für viele Zielgebiete die Frage, ob auch die Reisenden aus den Fernmärkten bald wieder in die EU einreisen dürfen. Die EU hatte bereits angekündigt, dass es individuelle Betrachtungen der Infektionssituation in den Quellgebieten geben würde. Nun zeichnen sich erste Einschätzungen und Einigungen ab.

Offiziell wurden zunächst alle Einreisebeschränkungen bis Ende August verlängert. Die EU-Kommission hatte jedoch angekündigt, ab dem 01. Juli schrittweise Lockerungen zuzulassen. Medienberichten zufolge seien zwar noch einige Bewertungskriterien strittig, doch könnte es im Juli tatsächlich bereits zu ersten Öffnungen kommen. Die Kriterien werden offenbar von den Botschafterinnen und Botschaftern abgestimmt. So sei eine vorläufige Liste mit 18 Ländern erarbeitet worden, aus denen bald wieder in die EU eingereist werden könnte. Die Liste soll künftig 14-täglich überarbeitet werden.

Klar scheint zu sein, dass Reisende aus den USA, Russland und Brasilien weiterhin nicht in die EU einreisen dürfen. Lockerungen sind hier angesichts der teils dramatischen Infektionszahlen vorerst kaum zu erwarten. Als erste können offenbar Südkorea und Neuseeland mit einer Aufhebung der Einreisebeschränkungen im Juli rechnen. Aber selbst hier seien zunächst nur unbedingt notwendige Reisen erlaubt, was freizeittouristische Reisen wohl kaum einschließen dürfte.

Die EU-Kriterien für die Aufhebung der Einreisebeschränkungen

Das Hauptkriterium für Einreiseerlaubnisse sei die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen in den zwei Wochen vor Reiseantritt. Demnach soll die Zahl "nahe an oder unter 16" pro 100.000 Einwohnern. Dies sei der EU-Durchschnitt. Zudem müsse sich ein stabiler oder abnehmender Trend abzeichnen. Wichtig sei auch der Umgang des Staats mit der Pandemie, z.B. Kontaktverfolgungen von Infizierten, die Anzahl der Tests oder Bemühungen zur Eindämmung des Virus.

Für die USA fällt diese Bewertung besonders schlecht aus. Und auch Russland und Brasilien fallen in fast allen Kriterien durch. China scheint ein umstrittener Fall zu sein. Die offiziellen Zahlen sind niedrig, jedoch äußerten offenbar einige Diplomaten Zweifel an den Zahlen. Zudem schwelt ein politischer Streit, denn die EU erwartet ein Entgegenkommen. So wolle man den Bürgern*innen Chinas die Einreise ermöglichen, wenn Peking auch wieder den EU-Bürgern*innen die Einreise erlaube.

Innerhalb der EU muss zudem noch Einigkeit über die Geschwindigkeit der Öffnung hergestellt werden. Länder mit starker Abhängigkeit vom Tourismus und Reiseverkehr streben eher eine schnelle Öffnung an, andere sind vorsichtiger. Theoretisch könnten die einzelnen Länder auch selbst entscheiden. Noch heißt es aber, man wolle einen einheitlichen Weg finden. Ob diese Einigkeit bestehen bleibt, darf angesichts der Erfahrungen innerhalb der EU angezweifelt werden.

Für die Reisen innerhalb der EU hatte die Kommission bereits Mitte Juni die Seite Re-Open EU eingerichtet, auf der man sich über die jeweilige Reisesituation innerhalb der EU-Länder informieren kann.

https://ec.europa.eu/info/live-work-travel-eu/health/coronavirus-response_de
https://reopen.europa.eu/de

Bild: https://pixabay.com/de/photos/flughafen-person-warten-silhouette-802008/

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