Neue Modellregion für Tourismus und erneuerbare Energien in Sachsen-Anhalt

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energieavantgardeRund 60 Akteure der Region zwischen Bitterfeld, Dessau und Wittenberg in Sachsen-Anhalt wollen sich im Rahmen der Standort- und Innovationsoffensive „Energieavantgarde Anhalt“ als Modellregion einer funktionierenden Energiewende entwickeln und präsentieren – Tourismus und Energieerleben an vorderster Stelle.

Dazu sollen die bestehenden Kompetenzen zum Thema „Erneuerbare Energie/Energiewende“ weiter gestärkt werden. Auch wollen sich die Akteure gemeinsam für mehr Energieeffizienz und den Ausbau Erneuerbarer Energien einsetzen und die Entwicklung von Zukunftstechnologien fördern. Darüber hinaus sollen die innovativen Projekte und Orte der Energiewende für Besucher sichtbar und begehbar gemacht und neue Formen des Energietourismus erprobt werden.

Im Auftrag der Stiftung Bauhaus Dessau hat „BTE Tourismus- und Regionalberatung“ gemeinsam mit der „Thema 1 GmbH“ und der „100% erneuerbar stiftung“ seit April 2013 eine Bestandsaufnahme und Ideensammlung für die Energieavantgarde Anhalt durchgeführt. Am 12. September 2013 wurden in einem Kolloquium die Ergebnisse präsentiert und die nächsten Planungsschritte verabredet. Seit Ende Oktober liegt nun der Endbericht vor.

Im Fokus der weiteren Arbeit stünden dabei:

  • die Sichtbarmachung von Aktivitäten und Akteuren für Besucher im Rahmen eines „Wochenendes der Energiewende“,
  • die strukturelle Gestaltung eines regionalen Stromproduktes sowie
  • die Umsetzung weiterer Modellvorhaben in Ferropolis und die Etablierung des Standortes als ein begehbarer Ort der Energiewende.

„Wochenende der Energiewende“

Angelehnt an den Tag der erneuerbaren Energien soll gemeinsam am letzten Aprilwochenende 2014 zum ersten Mal ein „Wochenende der Energiewende“ veranstaltet werden. Ziel sei es, bestehende Akteure und Aktivitäten im Themenfeld „Erneuerbare Energie/Energiewende“ sichtbar zu machen, Aufmerksamkeit auf die Region zu lenken und diese als "Energieavantgarde" zu präsentieren. Dazu sollen Orte der Energiewende gezeigt und geöffnet (Werke von Anlagenbauern, Standorte der Energiegewinnung oder energieeffiziente Gebäude), thematische Touren zwischen verschiedenen Orten angeboten und an einem Hauptort ein Rahmenprogramm geschaffen werden. Ergänzend sei in den kommenden Jahren ein „kuratiertes Festival“ angedacht, bei dem das Thema „Energie“ über Musik und Kultur, über Kunst und Design, über Diskussion und Debatte, über Forschung etc. behandelt werden soll.

Strukturelle Gestaltung eines regionalen Stromsystems

Die Energieavantgarde Anhalt habe sich das Ziel gesetzt, ein regionales Stromsystem zu gestalten, bei dem Strom aus erneuerbaren Energien vor Ort erzeugt sowie verbraucht werde. Mit diesem Produkt sollen die regionale Wertschöpfung und Wirtschaft gestärkt sowie die Strompreisentwicklung gedämpft werden. Die Umsetzung eines solchen regionalen Öko-Stromproduktes könne als "Avantgarde" bezeichnet werden, da so etwas bislang nirgendwo in einem Industrieland zu finden sei.

Standort Ferropolis

Ferropolis, die Stadt aus Eisen, soll als Demonstrationsort entwickelt werden, um beispielsweise Pilotanlagen der Speicherforschung zu nutzen und um lokal gewonnene Energie für Musikevents bereitzustellen. Damit soll Ferropolis noch stärker ein Ort der begehbaren Energiewende werden.

Insgesamt sei die Region damit auf einem Weg an die regionale Tradition als "Land der Reformen und Innovationen" (Bauhaus, Junkers, weltweit erste überregionale Hochspannungsfreileitung vom Kraftwerk Zschornewitz nach Berlin etc.) anzuknüpfen und neue Impulse in Richtung Zukunft zu setzen.

Seit Beginn wirkten neben der Stiftung Bauhaus Dessau als Initiator des Projektes, die Stadt Dessau-Roßlau, die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg, das Umweltbundesamt, die Ferropolis GmbH, die Dessauer Versorgungs‐ und Verkehrsgesellschaft mbH, die Regionale Planungsgesellschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg e.V., der Tourismusverband TourismusRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg e.V. sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Anhalt-Bitterfeld l Dessau l Wittenberg mbH im Projekt mit.

Seit Juni 2013 seien auch die Hochschule Anhalt, die Koordinierungsstelle Energiestrukturentwicklung im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt und die ATI GmbH Anhalt - Clustermanagement Erneuerbare Energien Sachsen-Anhalt in die Steuerungsgruppe eingebunden. Das Projekt wurde vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt gefördert.

www.bauhaus-dessau.de/energieavantgarde-anhalt.html
www.bte-tourismus.de
www.thema1.de
www.100-prozent-erneuerbar.de

Tags: Bundesland: Sachsen-Anhalt