Update! Corona-Risikogebiete: Tirol wieder auf der Liste - Corona-Ampel in Österreich noch nicht auf "Rot"

am .

Mädchen Tirol

 

Herbst 2020: Das Robert-Koch-Institut erweitert schrittweise seine Liste der Corona-Risikogebiete. Aus touristischer Perspektive relevant: Tirol rutscht wieder auf die Liste. Auch Vorarlberg und Wien sind betroffen. In ganz Europa wächst die Zahl der Risikogebiete rasant. In Österreich selbst hat die so genannte Corona-Ampel nur teilweise auf "Orange" gewechselt - also auf "hohes Risiko".

Das COVID-19-Infektionsaufkommen in Österreich nehme derzeit zu, heißt es seitens des RKI und Auswärtigen Amts. In den Bundesländern Wien, Tirol und Vorarlberg lägen die Inzidenzen derzeit (25.09.2020) bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb diese Bundesländer zu Risikogebieten eingestuft wurden. Daraus resultiert bei Einreise nach Deutschland ein verpflichtender kostenloser COVID-19-PCR-Test und ggf. eine Quarantäneverpflichtung.

Tirol gehört zu den beliebtesten Reisegebieten der Deutschen und anderer Europäer*innen. Für den Tourismus ist das vor Beginn der Herbstsaison und den Herbstferien ein harter Schlag. Zumal auch das ebenfalls beliebte Vorarlberg und auch Wien wieder auf der Liste stehen. In Österreich - und nicht nur dort - bahnt sich eine touristische Katastrophe an.

In Österreich selbst zeigt die vor kurzem eingeführte Corona-Ampel noch kein "Rot". Dennoch hat die Bundesregierung in Österreich aufgrund der steigenden Infektionszahlen reagiert und die Maßnahmen wieder verschärft.

Weitere Länder auf der Liste des RKI

Darüber hinaus gelten ganz Tschechien und erneut Luxemburg als neue Risikogebiete. Mittlerweile sind bereits wieder 15 von 27 EU-Ländern zumindest teilweise Corona-Risikogebiete.  Auch ganz Spanien gehört dazu.

Die Situation erinnert fatal an den März, als die einzelnen Zielgebiete wie Dominosteine "fielen" bzw. auf die Liste rutschten. Ein Ende ist nicht absehbar, da die Infektionszahlen derzeit nur noch eine Richtung kennen.


Alte Version des Artikels vom März 2020

Laut RKI sind dies Gebiete, "in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch ("ongoing community transmission") vermutet werden kann". Dazu verwendet das Robert Koch-Institut verschiedene Indikatoren, z.B. die Erkrankungshäufigkeit, Dynamik der täglich gemeldeten Fallzahlen, Maßnahmen (z.B. Quarantäne ganzer Städte oder Gebiete) etc. Die Situation werde jeden Tag neu bewertet.

Gleichzeitig ergreift Österreich drastische Maßnahmen. Es werde Einschränkungen in drei Bereichen geben, heißt es seitens der Bundesregierung:

Der erste Bereich betreffe das alltägliche Leben. So werden Unternehmen dazu aufgefordert, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wo es einzurichten ist, ab der nächsten Woche Teleworking zu ermöglichen. Weiters werden ab Montag Restaurants, Bars und Kaffeehäuser nur noch bis 15 Uhr geöffnet sein. Geschäfte bleiben geschlossen, ausgenommen seien der Lebensmittelhandel, Banken, Apotheken, Post, Tierbedarf, Drogerien und andere Bereiche, die es zur Versorgung braucht.

"Es braucht niemand Sorge zu haben, dass die Grundversorgung gefährdet ist. Im Gegenteil: wir haben in Gesprächen mit Unternehmern und Vertretern der kritischen Infrastruktur sichergestellt, dass all das was ein Staat braucht, um funktionsfähig zu bleiben, selbstverständlich aufrecht erhalten und geöffnet sein wird", betonte Sebastian Kurz, der sich ausdrücklich auch bei jenen Menschen bedankte, die genau in diesen Bereichen ihren Beitrag leisten.

Der zweite Bereich betreffe den Umgang mit jenen Nachbarländern, in denen sich das Virus, neben Italien, besonders schnell ausbreite: Spanien, Frankreich und die Schweiz. Zu diesen Ländern würden die Flugverbindungen eingestellt und die Zugsverbindungen eingeschränkt. Kontrollen an der Grenze zur Schweiz und zu Liechtenstein sollen verstärkt durchgeführt werden.

Der dritte Bereich betreffe jene Gebiete in Österreich, in der sich der Virus besonders rasant ausbreite, wie in Teilen Tirols. "Wir müssen hier zielgerichtet geografisch gegensteuern. Es werden daher das Paznauntal und St. Anton am Arlberg für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Gebiete mit den Gemeinden Ischgl, Kappl, See, Galtür und St. Anton am Arlberg sowie Angestellte und Urlauberinnen und Urlauber werden ab sofort isoliert und selbstverständlich bestens versorgt“, so der Kanzler. Die Menschen in diesen Gebieten hätten ein ganz besonderes Risiko, deshalb sei es notwendig, sie zu isolieren, sie bestmöglich zu versorgen und sicher zu stellen, dass sie im Falle einer Infizierung andere nicht anstecken.

Mehr Infos:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html
https://www.bundeskanzleramt.gv.at/

Bild: https://pixabay.com/de/photos/tourismus-m%C3%A4dchen-natur-1213802/