Joachim Schmidt - Intensive Senses: "Das stationäre Internet hinter sich lassen"

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joachim schmidt profilbild"Die Tourismusbranche wird sich 2017 auf weitere Konkurrenz aus bisher eher branchenfremden bzw. branchennahen Bereichen einstellen müssen."


Wie wird sich die touristische Nachfrage entwickeln?

Auch wenn wir als Digitalagentur nicht direkt Anfragen, Reservierungen und Buchungszahlen für unsere Betrachtung heranziehen können, so erkennen wir doch, dass die Reiselust der Deutschen auch 2017 weiter ungebremst sein wird. Aufgrund der anhaltend angespannten politischen Lage in einigen Ländern, werden andere bzw. neu zu entdeckende Destinationen von dieser Reiselust im besonderen Maße profitieren, wenn sich diese gut positionieren und auf die Bedürfnisse der Reisenden von heute eingehen.

Die weitere touristische Entwicklung wird sich vor allem in der Digitalisierung der Branche abspielen. Da sich immer mehr Urlauber vor allem online bei der Auswahl ihrer nächsten Reise inspirieren lassen, müssen Touristiker diesen Trend weiter
verfolgen und entsprechende Angebote anbieten.

Was wird uns 2017 beschäftigen?

Die Digitalisierung wird 2017, wie bereits angesprochen, einen hohen Stellenwert einnehmen. Neben einem zielgerichteten Social Media Marketing wird vor allem das Content Marketing weiter an Gewicht gewinnen. Hier gilt es, passende Lösungen und Angebote für die emotionale Vermittlung von Urlaubsgeschichten und -erlebnissen auszuwählen sowie kontinuierlich und vor allem zielgruppenorientiert zu bespielen.

Das Internet wird in seiner Anwendung generell mobil werden und damit das stationäre Internet hinter sich lassen. Gerade für den Tourismus wird diese Tatsache bei der Konzeption von Webseiten und digitalen Anwendungen im Jahr 2017 bestimmender Faktor werden. Nicht zuletzt die Ankündigung von Google, ab Januar 2017 verstärkt auf den mobilen Index zu setzen, gibt im Prinzip schon die Marschrichtung vor: wer seine Webseite nicht für die Smartphones und Tablet PCs seiner Kunden und Gäste optimiert, verpasst den wichtigen Platz in den oberen Ergebnissen der Google Suche.

Bei den Sozialen Netzwerken wird Live Video das beherrschende Thema werden. Neben den bereits bestehenden Live Video Möglichkeiten auf YouTube und Facebook haben zuletzt auch Twitter und Instagram angekündigt, die Möglichkeit zur Aufnahme und Verbreitung von Live Videos direkt in ihre Apps zu integrieren. Zudem werden 360-Grad-Videos und Virtual Reality Anwendungen weiter Einzug in die digitale touristische Kommunikation Einzug halten.

Was wird uns 2017 überraschen?

Die Tourismusbranche wird sich 2017 auf weitere Konkurrenz aus bisher eher branchenfremden bzw. branchennahen Bereichen einstellen müssen. Im vergangenen Jahr musste die Branche mit ansehen, wie Google mit Google Trips quasi aus dem Stand einen persönlichen und interaktiven Reiseführer mit Tipps, Empfehlungen und hilfreichen Informationen auf den Markt geworfen hat.

Ankündigungen von Airbnb und Ryanair, jetzt auch als Reiseveranstalter aufzutreten, sollten viele Touristiker aufhorchen lassen. Zudem werden disruptive Geschäftsmodelle, also solche, die eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängen, 2017 für die eine oder andere Überraschung sorgen - auch bei großen Tourismusunternehmen.

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