Ralf Trimborn - inspektour GmbH: "Zwischen urbanem Flair und Natur"

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"Die Vielfalt der Fördertöpfe ist selbst für einen Kundigen allein kaum greifbar; die spezifischen Auflagen, Kriterien und Ansatzpunkte undurchsichtig."


Einige losgelöste Impulse und Blitzlichter seien erlaubt, um ein paar Gedanken zu reizen.

Wie wird sich die touristische Nachfrage entwickeln?

Unter anderem gilt: Wie unromantisch. DESTINATION BRAND schaut in die Herzen der repräsentativen deutschsprachigen Bevölkerung und deckt auf: Wir verlieren das Interesse daran im Urlaub Romantik zu erleben. Zuversicht schenkt da die Frage nach dem Besuch von Gärten und Parks – alles stabil beim Interessenspotenzial. Und auch die Candle-Light-Dinner werden wohl nicht aussterben: „Kulinarische / gastronomische Spezialitäten genießen“, weiterhin unter den TOP-5 der beliebtesten Urlaubsaktivitäten.

Was wird uns 2017 beschäftigen?

Mit dem Blick auf die zwei größten Nachfragepotentiale wird in 2017 weiterhin die Aufgabe im Deutschlandtourismus sein, die Abgrenzung, den Spagat oder die Verschmelzung zu schaffen zwischen urbanem Flair - mit allem was dazu gehört - und dem erdenden Gefühl, sich in der Natur aufzuhalten und diese zu erleben.  

Ohnehin ist eine klare Trennlinie zwischen Städten und dem ländlichem Raum kaum mehr möglich. Der gesamtgesellschaftliche Trend beide Lebensstile kombinieren zu wollen, wirkt sich selbstredend auf den Inlandstourismus aus. Regionalmanager und -entwickler kämpfen seit x Förderperioden darum die ländlichen strukturschwachen Räume aufzuwerten. Projekte mit touristischer Relevanz nehmen dabei stetig zu.

Und noch eine weitere deutliche Schnittmenge ergibt sich mit den Aufgaben von Destinationsverantwortlichen: die Fördermittellandschaft. Die Vielfalt der Töpfe ist selbst für einen Kundigen allein kaum greifbar; die spezifischen Auflagen, Kriterien und Ansatzpunkte undurchsichtig. Zugänge sowie Chancen verschließen sich hinter bürokratischen Vorbehalten und Festsetzungen. Eine merkliche Verbesserung ist nicht in Sicht – zumal die Führungskräfte von morgen bislang nur spärlich auf diese Situation vorbereitet werden. Die Krux: Lohnen würde es sich.

Was wird uns 2017 überraschen?

Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) in Schleswig-Holstein verhinderte kürzlich die von der Deutschen Erdöl AG (DEA) geplanten Explorationsbohrungen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und geben damit ein deutliches Signal zum Erhalt der Naturlandschaft, die die Reisenden so begeistert. Mit politischen Entscheidungen lässt sich ein Blatt manchmal wenden. Wir dürfen gespannt sein, was u.a. die deutsche Politik uns für Überraschungen bereithält – vor, während und nach der Bundestagswahl im Jahr 2017.  Es gilt noch einige Bretter zu bohren, wie die EU-Pauschalreiserichtlinie, die umfassende Dynamik der Digitalisierung, die weiter voranschreitende Globalisierung, die politische und gesellschaftliche Großwetterlage (Stichworte u.a. Trump, Fairness oder Terrorismus) – um nur einiges zu nennen.

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