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Baden-Württemberg: Bädertag stellt Weichen für die Digitalisierung

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Die aktuellen Halbjahreszahlen, die Minister Guido Wolf und Heilbäderpräsident Fritz Link in Bad Rappenau präsentierten, zeugen von einem großen Erfolg. „Es sind die besten Zahlen seit 2001“, bilanzierte Link beim Bädertag der Heilbäder und Kurorte Baden-Württembergs in Bad Rappenau. Doch die Digitalisierung stellt eine neue Herausforderung dar.

Der auch für den Tourismus zuständige Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf, unterstrich die Bedeutung der Heilbäder und Kurorte für den Tourismus in Baden-Württemberg als dem „Bäderland Nr. 1 in Deutschland“. Von Januar bis August stiegen demnach die Ankünfte in den Heilbädern und Kurorten des Landes um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch bei den Übernachtungen konnten die Einrichtungen einen Zuwachs von 1,5 Prozent verbuchen. In den vergangenen Jahren sei nahezu die Hälfte der im Tourismusinfrastrukturprogramm vorgesehenen Fördermittel in Höhe von insgesamt 7 Millionen Euro in die Heilbäder und Kurorte geflossen.

Fritz Link, Präsident des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg, appellierte an die Mitglieder des Verbandes, in ihren Bemühungen um Gäste und interessante wie attraktive Angebote nicht nachzulassen. „Wir wollen uns der Herausforderung Digitalisierung stellen. Deshalb haben wir vor einem Jahr im Verband zwei neue Arbeitskreise zu den Themen Marktforschung und Digitalisierung ins Leben gerufen.“ Die Arbeit dieser Arbeitskreise trage, so der Präsident, erste Früchte. So werde unter anderem die Einführung einer Gesundheits-Club-Karte diskutiert. „Denn keine andere Branche kann auf so vielfältige Angebote, verteilt über das ganze Land, verweisen. Dieses besondere Netz müssen wir attraktiver machen“, so Link.

Damit nahm der Präsident die wesentlichen Inhalte des Impulsvortrags vom Vormittag auf. In diesem hatte der Unternehmensberater Stefan Möhler aus Hamburg den Mitgliedern des Heilbäderverbandes klar verständlich gemacht, dass die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken sei, „vielmehr stecken wir mittendrin. Und vielen ist das immer noch nicht bewusst.“ Eindrucksvoll erläuterte Möhler, wie das Internet der Dinge im Alltag und damit auch in der ökonomischen Realität immer mehr Platz greife. So seien die so genannten Silver-Agers, also eine Kernzielgruppe der Heilbäder und Kurorte, die am schnellsten wachsende Gruppe, die sich der Sprachassistenzsysteme wie Alexa von Amazon oder Siri von Apple bediene. „Warum? Weil sie vieles nicht mehr lesen können oder wollen und weil sie erkannt haben, dass es einfach bequem ist. Und diese Assistenzsysteme funktionieren schnell und zuverlässig.“

Künstliche Intelligenz wie solche Sprachassistenzsysteme seien der Schlüssel für die Durchdringung der Digitalisierung. Umgekehrt bedeute dies für die Heilbäder und Kurorte, sich in ihrer Produktentwicklung ganz daran zu orientieren, welche Werte die Produkte versprechen und welchen (Service-) Zusatznutzen sich daraus für den Kunden ableiten lasse. Möhler: „Werden Sie schneller und machen Sie die Digitalisierung zur Chefsache. Das ist keine Aufgabe für das Marketing oder die IT.“

www.heilbaeder-bw.de