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Trendbarometer CMT: „Ende des Booms nicht in Sicht!“

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„Ein prima Reisejahr“ stehe dem Tourismus bevor, sagte Prof. Dr. Martin Lohmann, wissenschaftlicher Berater der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), am Freitag auf der Eröffnungspressekonferenz der diesjährigen CMT in Stuttgart.

„Der Branche geht es gut. Wo man auch hinsieht, geht es nach oben.“ Weltweit habe sich der Tourismus 2017 abermals als Wachstumsmotor erwiesen: Die Zahl internationaler Ankünfte sei um rund sieben Prozent (Europa: acht Prozent) auf ein neues Gesamthoch von über 1,32 Milliarden geklettert. Mit hochgerechnet 461 Millionen Übernachtungen habe man auch in Deutschland eine „deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren“ verbucht.

Daneben sei die Reiselust der Bundesbürger ungebrochen. So berichteten Reiseveranstalter, Reisebüros, Flughäfen und Kreuzfahrtreedereien „unisono“ von Nachfragesteigerungen. Zum Jahresende 2017 zeige sich daher ein „stabil hohes Niveau“. Insgesamt unternahmen die Deutschen im vergangenen Jahr etwa 69 Millionen Urlaubsreisen  ̶  am liebsten im eigenen Land, noch vor den „Großen“ wie Spanien, Italien oder Kroatien.

Gute Vorzeichen für 2018

Für 2018 prophezeite Lohmann eine weiterhin „gute Urlaubsstimmung“, die eine „hohe Urlaubsintensität“ erwarten lasse. Von den durch die FUR Befragten rechnen 26 Prozent mit einer günstigen Entwicklung der persönlichen Situation, 30 Prozent wollen mehr Geld für ihren Urlaub ausgeben. Mit der Reiselust wächst auch die Neugier auf unbekannte Destinationen: Rund 42 Prozent der Urlauber planten, in diesem Jahr ein Ziel zu besuchen, das sie noch nicht kennen. Trotz neuer Herausforderungen wie Terrorgefahr und Overtourism  ̶  der Überlastung eines Raumes durch zu viele Touristen  ̶  verspreche 2018 daher, „ein gutes Reisejahr zu werden“, so Lohmann.

CMT: 50 Jahre Tourismus-Trendbarometer

Das anhaltende Reisefieber ist auch am Erfolg des Tourismus-Trendbarometers CMT ablesbar, die in ihrer 50. Ausgabe alle bisherigen Rekorde bricht: Auf 120.000 Quadratmetern präsentieren 2192 Aussteller aus 100 Ländern und mehr als 360 Regionen und Städte ihr touristisches Angebot. Mit der erstmals genutzten Paul Horn Halle 10 verfügt das Stuttgarter Reise-Flaggschiff nunmehr über zehn Hallen, davon sechs für den Caravaning-Bereich. Damit sei die Stuttgarter Urlaubsmesse 2018 „die größte CMT aller Zeiten“, freut sich Messe-Geschäftsführer Roland Bleinroth. Allein angesichts dieser Zahlen blicke er „sehr, sehr optimistisch“ in die kommende Saison.

Neue Akzente, bewährtes Konzept

Inhaltlich wolle man am bewährten Konzept festhalten, sagte Bleinroth. Mit den spannenden Partnerländern Ungarn und Panama und der touristisch hochinteressanten Partnerregion Trentino habe man ein „starkes Kleeblatt“ im Portfolio. Die traditionell in die Segmente Caravan, Motor und Touristik gegliederte „Mutter-Messe“ werde auch diesmal von ihren erfolgreichen „Töchtern“, den Special-Interest-Messen „Fahrrad- und Erlebnis-Reisen mit Wandern“ (erstes Wochenende) sowie „Golf- und Wellness-Reisen“ und „Kreuzfahrt- und Schiffsreisen“ (zweites Wochenende) flankiert. Neue Akzente setze beispielsweise der Sonderbereich „Thermik“ auf der Fahrrad- und Erlebnis-Reisen mit Wandern. Nicht zuletzt machten zahlreiche Veranstaltungen wie der „Bischöfliche Kirchendialog“ (Sonntag, 14. Januar) und das Fachbesucherprogramm die  Urlaubsmesse 2018 zu einer „bunten, attraktiven CMT“.

Preisgekrönte Reisemesse

Pünktlich zum „runden Geburtstag“ wurde die CMT vom Corps Touristique e.V., der Vereinigung der ausländischen nationalen Tourismusorganisationen und Eisenbahnen in Deutschland, wiederholt zur besten Reisemesse gekürt. „Wir freuen uns, dass die CMT diesen Spitzenplatz belegt“, sagte CT-Präsidentin Hanna Kleber. „Wir betrachten dies als guten Ansporn, auch für andere Messen.“ Dank einer „hervorragenden“ wirtschaftlichen Situation in Deutschland und einer „zuverlässigen“ Reiselust der Deutschen gehe man beim Corps Touristique insgesamt von einer „sehr, sehr guten Reiseentwicklung 2018“ aus. Die Lust auf neue Destinationen lasse insbesondere auf Zuwächse bei den Fernreisezielen hoffen.

Rekordjahr für Caravaning-Branche

Der positiven Einschätzung pflichtete Kai Dhonau, Präsident des Deutschen Caravaning Handels-Verbandes DCHV, gerne bei: Ein stabiler Arbeitsmarkt, Niedrigzinsen und eine gute Konsumlaune bewirkten, dass das Interesse am Urlaub mit Caravan und Wohnmobil weiter zunehme. „Unsere Branche hat 2017 ein tolles Ergebnis verzeichnet, das unsere Erwartungen deutlich übertroffen hat“, sagte er. Mit insgesamt 63.000 Neuzulassungen liege man volle 15 Prozent höher als im Vorjahr. Ein drohendes Diesel-Fahrverbot sehe er zwar „mit gewisser Vorsicht“, doch hoffe er nach ersten Signalen aus der Politik auf Ausnahmen bei den Freizeitfahrzeugen. Ohnedies stelle sich die Branche dem Thema. Neue Fahrzeuge erfüllten die Euro-6-Norm, und auch die Nachrüstung werde vorangetrieben. Nach dem siebten Rekordjahr in Folge habe man jedenfalls allen Grund zum Optimismus: „Für uns ist ein Ende des Booms nicht in Sicht!“

https://www.messe-stuttgart.de/cmt/

Bilder: Messe Stuttgart/CMT